StiftungenVerbesserte Gesetzeslage fördert den StiftungsgedankenIn den kommenden zehn Jahren geht Vermögen von rund 2,5 Billionen Euro auf die nächste Generation über, pro Jahr also mehr als 200 Mrd. Euro. Die durch die Nachkriegsgeneration aufgebauten Vermögenswerte wandern dabei zunehmend auch in Stiftungen. Kontinuierlich wächst auch in Deutschland die Zahl derjenigen, die ihr Vermögen dauerhaft in eine gemeinnützige Stiftung einbringen. Das Motto hierbei: Gutes tun, Spuren für die Nachwelt hinterlassen und um Geld vor dem Zugriff missgünstiger Erben zu bewahren. Die Stiftung erfährt in Deutschland bereits seit einigen Jahren eine Wiederbelebung. Dies liegt auch an einigen gesetzlichen Reformen. Das ab dem 1.1.2000 geltende Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung von Stiftungen hat bereits deutliche Verbesserungen gebracht. Im Jahre 2002 reformierte das Gesetz zur Modernisierung des Stiftungsrechts auch das so genannte Stiftungsprivatrecht. Dieses ist zum 1.9.2002 in Kraft getreten und macht die Anforderungen für die Errichtung einer Stiftung vereinfachter und transparenter. Statt in 16 verschiedenen Landesgesetzen ist der wesentliche Teil des Stiftungsrechts jetzt zentral in den §§ 80 – 88 des Bürgerlichen Gesetzbuchsgeregelt. Die Anzahl jährlicher Neuerrichtungen von Stiftungen hat sich von 181 (im Jahr 1990) auf den bisherigen Spitzenwert von 899 in 2006) mehr als verfünffacht. Deutschland erlebt geradezu einen Stiftungsboom. Die Jahre 2002 bis 2005 brachten mit 789, 784, 852 sowie 880 Gründungen eine Stagnation auf hohem Niveau. Immerhin wurden seit 1945 noch nie so viele Stiftungen gegründet wie 2006. Rund die Hälfte der rund 154.5400 rechtsfähigen deutschen Stiftungen wurde zwischen 1999 und 2007 errichtet. Nach 900 neu gegründeten Stiftungen im Jahr 2006 wurden 2007 erstmals in einem Jahr mehr als 1.000 Stiftungen in Deutschland gegründet. 1.134 neue rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts leisten damit zukünftig gemeinnützige Arbeit in vielfältigen Bereichen. Täglich werden drei neue Stiftungen gegründet. Die Summe des Stiftungskapitals summiert sich nach einer groben Schätzung mittlerweile auf rund 100 Milliarden Euro. Mit den Stiftungen wuchs auch die Zahl der Arbeitsplätze. Zwischen 40 000 und 50 000 Mitarbeiter zählt das Stiftungswesen, Ehrenamtliche nicht mitgerechnet. In Deutschland existierten Ende 2007 15.449 gemeinnützige Stiftungen bürgerlichen Rechts, aber erst 1.000 private Stiftungen in Form von Familienstiftungen. Nur im angelsächsischen Raum sind mehr Stiftungen zu finden. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Mit der Gesetzesinitiative „Hilfen für Helfer“ hatte die Bundesregierung 2007 die Grundlage für die Stärkung des Stiftungsbereichs gelegt. Nachdem die Grenze der steuerlichen Freibeträge für gestiftete Gelder auf eine Million jährlich entscheidend angehoben wurde, boomen die Zuwendungen regelrecht. Davon profitieren neben den Neugründungen auch bestehende Stiftungen, die ihren Kapitalstock teilweise deutlich erhöhen konnten. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V. erwartet innerhalb der kommenden 25 Jahre sogar eine Vervierfachung des deutschen Stiftungsvermögens. Die gemeinnützigen Stiftungen dienen unterschiedlichen Zwecken:
Dies ist eine erfreuliche Entwicklung, in Deutschland wird das Stiftungskapital derzeit auf insgesamt 60 Milliarden Euro geschätzt. Doch ein Blick nach Amerika genügt um festzustellen, dass das deutsche Stiftungswesen noch immense Potentiale hat. Denn in einem wesentlich größerem Umfang nehmen in den USA privatrechtliche Stiftungen fördernde und gemeinnützige Aufgaben war. Aufgaben, die hierzulande noch zu einem großen Teil durch öffentliche Gelder finanziert werden. Alleine die Stiftung von Microsoftgründer Bill Gates kann über ein Kapital von 31 Milliarden US-Dollar disponieren. Drei wesentliche Gründe sprechen für das hoch entwickelte amerikanische Stiftungswesens. Dessen lange Tradition, steuerliche Vergünstigungen und die beträchtliche Kapitalausstattung amerikanischer Stiftungen. Doch auch in Deutschland existiert ein Stifterbewusstsein und das notwendige Kapital. In Anbetracht leerer Staatskassen wird ein soziales, kulturelles und förderndes Engagement durch private Initiative immer wichtiger. Der Beitrag dient der Einführung in die gesamte Thematik und gibt einen Überblick über die Möglichkeiten, sein Vermögen in eine Stiftung einzubringen. Dabei sind formale und steuerliche Vorschriften zu beachten, damit der Stiftungswille auch uneingeschränkt umgesetzt werden kann. |